Jahresauftakt 2019

Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik hatte am 12. Februar 2019 Vertreter aus Wirtschaft, Handel, Handwerk sowie die Vorstände örtlicher Vereine, Institutionen und Kommunalpolitiker in den Unterkochener Sitzungssaal eingeladen. Thema des Abends war der Lebensraum Wald.

von links nach rechts: Erich Bareiter, Heidemarie Matzik, Thilo Rentschler, Johannes Reck) (© Kerstin Renner)

Die wichtige ökologische, ökonomische und soziale Funktion des Waldes wurde von Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik in ihrer Einführung in die Veranstaltung hervorgehoben. Der Wald ist ein lebendiges System, das einer stetigen Veränderung unterworfen ist. Man muss Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der Heimat übernehmen. Gerade der Einsatz junger Menschen für die Natur ist außerordentlich zu begrüßen. Sie verwies auf die Pflanzaktion des Freundeskreises der Kocherburgschule am 30. März im Rahmen der Aktion „Plant fort the Planet".

 

Oberbürgermeister Thilo Rentschler ging in seinem Grußwort auf die anstehenden Großprojekte in Unterkochen ein, er nannte die Errichtung einer viergruppigen Kindertagesstätte in der künftigen Seniorenwohnanlage „Oberdorfer Hof", den 3. Bauabschnitt der Sanierung der Kocherburgschule, die Planung des Kreisverkehrsplatzes in der Heidenheimer Straße sowie den Neubau der Feuerwache am neuen Standort in der Aalener Straße gegenüber der Dorfmühle. Er hob hervor, dass der Erhalt lebenswerter Bedingungen eine überaus wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik ist. Der Einklang von Natur, Wohnen und Wirtschaft ist anzustreben. Er verwies auf den großen Erholungswert der hiesigen abwechslungsreichen Landschaft.

 

Leitender Forstdirektor Johannes Reck ging in seinem Vortrag über den Zustandsbericht des Lebensraumes Wald auf die Gefahren ein, die bei einem Klimawandel für diesen Naturraum zu erwarten sind. Der prognostizierte Temperaturanstieg von zwei Grad bis 2050 begünstigt die Ausbreitung von Baumschädlingen wie dem Eichenprozessionsspinner. Der Großteil der Eschen ist bereits heute aufgrund eines Waldpilzbefalls vom Aussterben bedroht. Ein Wechsel der Baumarten soll zur Rettung der Wälder beitragen, es werden verstärkt Douglasien gepflanzt, die gegen Klimaeinflüsse widerstandsfähiger sind. Die Forstwirtschaft steht vor einer großen Herausforderung. Rund 3 / 4 der Unterkochener Gemarkungsfläche von ca. 2.000 Hektar bestehen aus Wald, wobei der Buche eine große Rolle zukommt. Er erläuterte die Bedeutung und Entwicklung des Waldes in den vergangenen Jahrtausenden bis heute, u.a. als Rohstofflieferant, Lebens- und Erholungsraum. Während 1845 in ganz Deutschland ein großer Raubbau durch flächenmäßig große Abholzungen erfolgte, begann man 1850 mit der Pflanzung vor allem von Fichten. In Unterkochen kommt dem Wald eine große Erholungsfunktion zu, wobei die Belange der Waldbesucher und des Naturschutzes in Einklang zu bringen sind. Der Wald ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor, in Baden-Württemberg beträgt der jährliche Umsatz 30 Milliarden €.

 

Der Vorsitzende der Realgenossenschaft Unterkochen Erich Bareiter sprach die Entwicklung des heute ca. 320 Hektar großen Realgenossenschaftswaldes in den letzten 153 Jahren an. Der Wald um Unterkochen wird sehr nachhaltig bewirtschaftet. Während pro Jahr ca. 2.100 Festmeter eingeschlagen werden, beträgt der jährliche Nachwuchs ca. 2.400 Festmeter. Auf dem Heulenberg sind große Flächen als FFH-Gebiet ausgewiesen, wodurch die Bewirtschaftung im Interesse des Naturschutzes deutlich eingeschränkt ist. Auch an exponierten Standorten sind Flächen aus der Bewirtschaftung genommen, Habitatbäume werden vermehrt im Bestand gelassen. Eine wichtige Funktion des Waldes ist neben der Wirtschaftsfunktion die Bodenschutz-, Klimaschutz-, Immissionsschutz- und Naherholungsfunktion.

 

Musikalisch wurde der Jahresauftakt stimmungsvoll vom Flötenensemble „Flauti Cantanti" umrahmt.

 

Anschließend nutzen die anwesenden Gäste die Gelegenheit für gute Gespräche. Schülerinnen und Schüler der Kocherburgschule hatten mit ihren Lehrern kleine kulinarische Köstlichkeiten vorbereitet, die großen Anklang fanden. Ein rundum gelungener Abend!

 

(Text: Kerstin Renner)

© Stadt Aalen, 06.03.2019

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