Stadt Aalen treibt kommunale Wärmewende konsequent voran
Die Stadt Aalen hat einen weiteren Schritt zur Umsetzung ihrer Klimaschutzziele vollzogen: In der Kocherburgschule Unterkochen wurde die bestehende Heizzentrale erneuert und ist jetzt nahezu klimaneutral. Die in die Jahre gekommene Gasheizung wurde durch eine moderne Pellet-Heizungsanlage ersetzt. Die neue Heizzentrale ist bereits seit November letzten Jahres im Einsatz und versorgt nicht nur die beiden Gebäude der Kocherburgschule, sondern weiterhin auch die benachbarte Sporthalle sowie die Festhalle Unterkochen mit Wärme und Warmwasser. Mit der Umstellung auf Holzpellets können jährlich bis zu 200 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Oberbürgermeister Frederick Brütting betonte bei einem gemeinsamen Vororttermin, wie wichtig die Umrüstung gleich in mehrfacher Hinsicht sei: „Mit der neuen Pelletheizung investieren wir gleichermaßen in unsere Schulgebäude und in den Klimaschutz. Damit zeigen wir, dass Klimaschutz vor Ort konkret, wirksam und wirtschaftlich umgesetzt werden kann.“
Die bisherigen Gaskessel waren rund 18 Jahre alt, entsprachen nicht mehr den technischen und gesetzlichen Anforderungen und erwiesen sich zunehmend als störanfällig. Insbesondere die ganzjährige Warmwasserversorgung für Küche und Duschen in Sport- und Festhalle erfordert hohe und stabile Vorlauftemperaturen, die mit der neuen Anlage effizient und zuverlässig gewährleistet werden können. Mit der installierten Pelletheizung erfüllt die Kocherburgschule nun auch die Vorgaben des aktuellen Gebäudeenergiegesetzes.
Im Zuge der Erneuerung wurden durch die Stadtwerke Aalen zwei Pelletkessel mit jeweils 250 Kilowatt Leistung eingebaut. Das Pelletlager mit einer Kapazität von rund 70 Tonnen wurde vom städtischen Hochbauamt realisiert. Hierfür konnte ein ehemaliger Öllagerraum genutzt werden, der sich – auch aufgrund seiner Lage und Größe – als nahezu ideal für die neue Nutzung erwies. Der bauliche Anpassungsaufwand blieb dadurch überschaubar. Zusätzlich wurde ein Pufferspeicher integriert, um den systembedingten längeren Anlaufzeiten der Pelletkessel Rechnung zu tragen und eine gleichmäßige Wärmeversorgung sicherzustellen.
Christian Mayer, zuständiger Projektleiter und Planer bei den Stadtwerken Aalen, erläuterte die Entscheidungsfindung: „Nach intensiver Prüfung verschiedener Optionen haben wir uns bewusst für eine Pelletheizung entschieden“.
Die örtlichen Gegebenheiten an der Kocherburgschule seien dafür auch sehr gut geeignet gewesen, betont Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, in dessen Baudezernat das Kooperationsprojekt bearbeitet wurde. „Im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenverwaltung haben wir vorhandene Infrastruktur sinnvoll weitergenutzt, und das System lässt sich perspektivisch auch auf weitere Gebäude ausweiten.“
Die Gesamtinvestitionen der Stadt Aalen und der Stadtwerke Aalen beliefen sich auf rund 335.000 Euro. Man habe sogar unter dem ursprünglich kalkulierten Budget abgeschlossen, berichtet Norbert Saup, technischer Leiter der Stadtwerke Aalen. Zudem sei das technische Konzept modular aufgebaut und könne als Blaupause für weitere vergleichbare Projekte im Stadtgebiet dienen. Auch aus diesem Grund wird die Maßnahme als besonders gelungen bewertet. So sieht das auch Unterkochens Ortsvorsteher Hans-Peter Stütz und verband damit den Hinweis, dass mit der Pelletherstellung auch Restprodukte der Holzindustrie einer nachhaltigen und guten Verwendung zugeführt werden können.
OB und Baubürgermeister hoben die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor und verwiesen auf das langfristige Potenzial der Anlage. Mittelfristig wolle man prüfen, ob weitere benachbarte Gebäude an die Heizzentrale angeschlossen werden können, so der OB, und damit ein kleines Nahwärmenetz aufzubauen.
„Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, wie Stadt und Stadtwerke gemeinsam Verantwortung übernehmen. Es ist eine gute Sache für die Stadt Aalen, für unsere Einrichtungen – und nicht zuletzt für den Klimaschutz.“
Das Pelletlager der Heizzentrale fasst insgesamt rund drei große Lkw-Ladungen mit jeweils etwa 22 bis 24 Tonnen Pellets. In den Wintermonaten ist im Durchschnitt eine Lkw-Lieferung pro Monat erforderlich. Die Pellets werden aus der Region bezogen und tragen damit zusätzlich zu kurzen Transportwegen und einer verbesserten regionalen Wertschöpfung bei.
PNr. 059/2026